Lasst uns über die ersten male reden. – Robin Van Gyn

Diese Saison filmte ich mit Depth Perception, für den neuen Travis Rice Film. Um ehrlich zu sein war ich ziemlich geschockt, als er sich zu mir hinsetzte und mich fragte ob ich mit ihm für das neue Quiksilver Projekt filmen möchte. Ich versuchte das mit einer coolen Art zu überspielen, eigentlich fühlte ich mich jedoch ziemlich unbeholfen und verschwitzt hinter dieser Aufregung. Das waren ganz schön viele erste male für mich.. Die erste Frau die mit Travis Rice filmen durfte, das erste Mal filmen nur unter Jungs, das erste Mal in CMH Galena, das erste und einzige Mal das ich so viel Heli Passagier sein durfte. Schon nur der Gedanke an dieses unglaubliche Projekt, verursachte in mir eine ziemlich wilde Achterbahn an Gefühlen: „Probiere dich nicht zu verletzten“, „Werde super stark“, „Denk wie Superman“, „Mach das Beste dass du kannst“, „Alle werden dich beobachten, versau das nicht“, „Du kannst das“, „Oh Gott was mach ich da“!


Foto – Andrew Miller

Ich möchte ehrlich zu euch sein wen es zu den Gefühlen kommt, die ich erlebe bei Unvergesslichem das ich zum ersten Mal durchbreche. Es ist kein „I am killing it“, „Das wird sowas von super“ oder ein „Ich kann das“. Ich fühlte echten Druck und war sehr nervös, dass ich vielleicht doch nicht die Qualitäten mitbrachte welche ein solch Riesiges Kaliber von Projekt wirklich suchte. Ich kann nicht mal erklären wie viele „up“ und „downs“ ich durchlebte. Als wir dann mit dem filmen starteten, probierte ich mein bestes mich auf mich selbst zu konzentrieren und die Menschen die um mich herum waren. Ich probierte mein Best möglichstes zu zeigen was mir jedoch nicht ganz so leicht viel, als dieser Trip an mir vorbeizog. In der Vergangenheit habe ich immer mit meinen Freundinnen gefilmt, wobei es wirklich keine Rolle spielt ob man sich flach auf das Gesicht legt beim Ausprobieren von neuen Tricks. Wir hatten einfach immer unglaublichen Spass, sind gefallen, wieder aufgestanden und haben so lange probiert bis es funktioniert hat.

Foto – Andrew Miller

In diesem Szenario ist das Selbstvertrauen alles, man sieht es in deinem Fahrstil und es fühlt sich an als ob man keinen zweiten Gedanken daran verschwendet hat an die Menschen, welche sich dann diesen Film Part ansehen und nur dieser eine Moment zählt. Nur du selbst und deine Crew, die unglaubliches Snowboarden an den Tag legen, den Sport ins unendliche pushen und hin und wieder endlose Stürzte kommen bis der perfekte Trick vollendet ist. Diesen Trick stehen und weiter Gas geben, ist es was du in den Full Moon Filmen siehst und was auch die Atmosphäre darin so stark ausmacht. Wieder raus aus dem Film Szenario, war ein erstes Mal und damit eine ganz andere unkomfortable Zone. Wenn du und Travis also dastehen, oben auf dem höchsten Punkt des Berges und er den Drop in mit einer anschliessenden Linie fährt, völlig abseits aller Realität und die Kamera sich dann zu dir dreht, was meinst du wie du dich dann fühlst? Es ist eigentlich ziemlich witzig darüber nachzudenken, aber in genau diesem Moment, ist der Druck unglaublich! Jetzt stell dir vor, der Moment ist gekommen und du startest deinen Drop in, auf dem halben Weg passiert dir ein minimaler Fehler und du rollst, weiss gezimmert, diesen Berg hinunter! Was meinst du wie du dich danach fühlst neben dieser Film Crew, voller Rider die ihre besten Runs vom Jahr erlebten? Jetzt stell dir vor das wiederholt sich noch drei Mal, wobei du anschliessend nur einen perfekten Run benötigst um dir wieder sicher zu sein, aus einem wirklichen Grund zu dieser Crew gehören zu dürfen. Im Endeffekt war es egal ob ich einen ganzen Run ohne stürzte überstanden hatte oder nicht, ich fühlte mich einfach nicht gut, wobei sich etwas ändern musste!

Text – Robin Van Gyn | Übersetzung – Tanja Angst

Ich musste wieder so fahren wie gewohnt, ohne Hemmungen und mit Selbstvertrauen!  Und es funktionierte, ich sah auf einmal alles aus einer anderen Perspektive, ich war hier, weil sich jemand sicher war, dass ich das kann und ich wusste irgendwo in meinem Kopf das ich es verdiente. Möglichst tief zu graben und nach einer Pause wieder loszulegen mit einer neuen Denkens Weise war das Ticket. Denn ich war hier um meine Horizonte zu erweitern und wenn das bedeutet unendliche Male zu fallen, war ich bereit dazu! Für den zweiten Teil des Trips sagte ich mir „Fuck it“, ich bin einfach gefahren habe mich nicht zu fest um meine Sorgen gekümmert und konnte somit mein bestes Snowboarden zeigen. Ich habe probiert, und probiert bis ich gestanden bin und etwas Gutes daraus entstanden ist. Ich habe auf diesem Trip so unglaublich viel über mich selbst gelernt, gezeigt das es nicht wichtig ist was andere sehen und denken könnten und somit meine Ziele erreicht. Ich habe mich nicht mehr dafür interessiert ob ich falle oder nicht, ich wusste das ich genau diesen Platzt verdient hatte und ich einfach Snowboarden wollte. Denn es gibt keinen Grund sich selbst verrückt zu machen, fokussiere dich einfach auf das was du möchtest und mach es mit Gusto. Denn die Realität ist, wenn du nicht fällst, wirst du auch nie etwas lernen, es wird sich keinen Fortschritt bemerkbar machen ohne Tonnen von Schnee in deiner Jacke und die ein oder andere verlorene Goggles.


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