TRAVEL ECO FRIENDLY: Wie du deinen Surftrip ökologisch nachhaltiger gestaltest!

Für uns alle, welche zum Snowboarden, Surfen oder Skaten viel draussen unterwegs sind, ist eine intakte Natur und eine gesunde Umwelt sehr wichtig. Doch schützen wir als Community unsere Umwelt auch ausreichend? Gerade im Frühling wenn es wärmer wird, lockt es sehr, den nächsten Trip ans Meer zu buchen. Doch wir “landlocked Surfer” kennen das Dilemma: Der nächste Swell ist mindestens einige hundert Kilometer entfernt und die Wellen in Portugal, Marokko, Südafrika oder Costa Rica doch noch ein klein bisschen schöner und konsistenter als im Mittelmeer. Und natürlich gehört es auch zu unserem Lifestyle, weit auf der Welt umher zu reise. Wir zeigen dir, welche Auswirkungen ein Surftrip auf das Klima hat und wie du deine reise in Zukunft klimafreundlicher gestalten kannst.

Umweltschutz
Ziel des Umweltschutzes ist es, die Menschen und deren natürliche Umwelt vor schädlichen und lästigen Einwirkungen zu bewahren. Dabei geht es beispielsweise darum, Umweltprobleme wie Luftverschmutzung, Klimawandel oder Wasserknappheit zu lösen. In diesem Beitrag fokussieren wir uns auf die Auswirkungen, die Reisen auf das Klimasystem hat, obwohl durchs Reisen auch noch weitere Auswirkungen (Ressourcenknappheit, Smogbildung, toxische Effekte, ect.) auf die Umwelt entstehen.

Klimawandel
Das globale Klima weist über Zeiträume von Jahren bis Jahrmillionen natürliche Schwankungen auf. Seit Beginn der Industrialisierung hat sich die Zusammensetzung der Atmosphäre durch die Emission von Treibhausgasen (Kohlenstoffdioxid, Methan, Lachgas, ect.) zunehmend verändert. Diese menschengemachte Entwicklung verstärkt den natürlichen Treibhauseffekt und führt zu einem spürbaren Wandel des Klimas. Der Klimawandel hat weitreichend Auswirkungen z.B. auf den Wasserhaushalt, die Stoffkreisläufe, die Pflanzen- und Tierwelt und auf viele Bereiche der Gesellschaft.

Der Carbon Footprint als Indikator für den Klimawandel
Die Emissionen, welche den Klimawandel verursachen, werden Treibhausgase genannt. Die bekanntesten Treibhausgase sind Kohlenstoffdioxid (CO2), Methan (CH4) und Lachgas (N2O). Die unterschiedlichen Treibhausgase weisen nicht alle das gleiche Potential zur Klimaerwärmung auf. Dies beruht darauf, dass sich zum Beispiel die Verweilzeiten in der Atmosphäre unterscheiden. Um die Wirkung der  verschiedenen Treibhausgase trotzdem miteinander vergleichen zu können, bedient man sich eines Umrechnungsfaktors und gibt die Emissionsmengen in der Einheit “CO2-Äquaivalente” (CO2-eq.) an. Der Carbon Footprint (auch Klimabilanz oder CO2-Bilanz genannt) zeigt uns, wie viele Treibhausgasemissionen in einem Lebenszyklus anfallen. So werden dabei nicht nur die Emissionen während des Flugs berücksichtigt, sondern auch die vorgelagerten Prozesse wie beispielsweise die Herstellung von Kerosin oder der Bau des Flugzeuges. Eine durchschnittlicher Schweizer weist einen doppelt so grossen Footprint auf wie ein Weltenbürger im Durchschnitt. Und auch dieser lebt noch auf fast dreimal so grossem Fuss wie wir eigentlich dürften, wenn wir das 2-Grad-Ziel erreichen wollen!

Soweit zu den durchschnittlichen Carbon Footprints, doch wie siehts bei uns Surfern aus? Gemäss dem Projekt “The Surfboard Cradle-to-Grave” ist der Fussabdruck eines Surfers ungefähr doppelt so gross wie der eines durchschnittlichen Menschen, vor allem bedingt durch die häufigen und weiten Flüge. Genau lässt sich das jedoch nicht bestimmen, da für die Schweiz dafür nicht ausreichend Daten vorhanden sind.

2-Grad-Ziel

Das 2-Grad-Ziel beschreibt das Ziel der internationalen Klimapolitik, die globale, mittlere Erwärmung auf weniger als zwei Grad Celsius gegenüber dem Niveau vor Beginn der Industrialisierung zu begrenzen. Dieser Wert basiert auf der Grundlage von wissenschaftlichen Erkenntnissen und Modellierungen und beschreibt die maximale Menge Treibhausgase, um eine gefährliche Störung des Klimasystems zu verhindern. Laut Daten der NASA liegt die globale, mittlere Temperatur heute bereits bei 1 Grad über dem vorindustriellen Niveau. Um das 2-Grad-Ziel noch zu erreichen, müssen die weltweiten Treibhausgasemissionen bis 2050 um mindestens 50% sinken.

Wie komme ich möglichst klimafreundlich an den Atlantik?
Für Reisen ins Ausland hat die Hin- und Rückreise oft die grösste Auswirkung auf das Klima, erst danach folgen die Unterkunft und Verpflegung vor Ort sowie die verschiedenen Aktivitäten am Ferienort. Wie also kommst du möglichst klimafreundlich an den Atlantik?
An erster Stelle punkto Klimafreundlichkeit für die Reise nach Bordeaux (Frankreich) und zurück ist ganz klar der Zug. Wenn dir dieses Transportmittel mit viel Gepäck zu umständlich ist, reist du vorzugsweise mit dem Reisecar oder einem Auto, dass du möglichst gut auslastest. Im Vergleich zum Zug stösst du damit aber immer noch circa dreimal mehr Treibhausgasemissionen aus.

Die Berechnung der Emissionen mit dem Auto basieren auf einem durchschnittlichen Mittelklassewagen mit einem Benzinverbrauch von 8 Liter/100km und 4 Personen an Bord. Fahrt ihr nur zu zweit mit dem Auto nach Bordeaux verdoppeln sich die angegebenen Emissionen. Solltest du alleine mit dem Auto unterwegs sein, stösst du ungefähr gleich viele Emissionen aus wie ein Direktflug; nimm also in diesem Fall besser den Reisecar.

Ganz klar am klimaschädlichsten ist ein Flug nach Bordeaux, im Vergleich zum Zug werden mehr als 10 Mal mehr Treibhausgase ausgestossen. Buchst du den Direktflug nach Bordeaux und nicht einen billigen Flug mit Zwischenstopp in Paris, wählst du damit die klimaschonendere Variante.

Was wenn ich weiter weg will
Damit bist du nicht alleine! Schweizer fliegen im Durchschnitt fast unglaubliche 9`000 km pro Jahr, was einem Hin- und Rückflug von Zürich nach Dubai entspricht. Im Vergleich zu einem Direktflug nach Bordeaux ist ein Direktflug nach Marrakech (Marokko) dreimal klimaschädlicher. Mit dieser einen Reise stösst du mehr Treibhausgasemissionen aus als ein durchschnittlicher Schweizer mit seinem Auto das ganze Jahr über.

Wählst du statt des Direktfluges nach Marrakech einen super billigen Flug mit Stopp in Amsterdam, verdoppelt sich die Emissionen im Vergleich zum Direktflug. Die Gründe hierfür sind, dass du erstens natürlich einen Umweg machst und somit einen weiteren Weg zurücklegst und zweitens, dass das Flugzeug viermal starten muss, was viel Treibstoff verbraucht. Möchtest du für deinen nächsten Surftrip sogar noch weiter weg, zum Beispiel bis nach Costa Rica, verursachst du mit dieser einen Reise deutlich mehr Emissionen als die, die ein Mensch im Alltag (inkl. Reisen, Wohnen, Ernährung, echt.) pro Jahr maximal ausstossen sollte, wenn wir das Zwei-Grad-Ziel erreichen wollen.

Auf was kannst du achten wenn du umweltbewusster reisen willst?
Wie wir gesehen haben, leben wir hier in der Schweiz auf sehr grossem Fuss und beeinflussen mit unseren Entscheidungen und unserem Handeln das Klima und die Umwelt negativ. Im Bezug auf den nächsten Surftrip kannst du folgende Massnahmen treffen um nachhaltiger unterwegs zu sein:

  • Wähle dein Ferienziel bewusst und lieber nah als fern.
  • Wähle ein möglichst umweltfreundliches Verkehrsmittel.
  • Kannst oder willst du nicht aufs Fliegen verzichten: Wähle möglichst einen Non-Stop Flug.
  • Informiere dich über das Alter der Flugzeugflotte der Fluggesellschaft, die neueren Flugzeuge benötigen einiges weniger an Treibstoff.
  • Überlege dir, ob du einen Emissionsausgleich vornehmen willst.
  • Reise bewusst und sei dir auch im Klaren, welche Auswirkungen du damit auf die Umwelt hast und informiere andere, die sich dessen nicht bewusst sind.

Fazit
Natürlich können Reisen auch positive Auswirkungen für Region und Menschen vor Ort haben, denn der Tourismus bietet auch die Chance für eine wirtschaftliche Entwicklung und macht natürlich Lebensräume wertvoll. Man soll deshalb immer vorab zu beurteilen versuchen, wie viele Reisende die Region besuchen und ob unter diesen Verhältnissen eine nachhaltige Entwicklung möglich ist.

Wie ökologisch oder eben wie unökonomisch unser nächster Surftrip ist, lässt sich mit einem einfachen Grundsatz beschreiben: Je weiter wir reisen und je schneller es gehen soll, desto mehr belasten wir Klima und die Umwelt. Wichtig ist ein angemessenes Verhältnis zwischen Reisedauer und Reiseweg. Somit sollten wir lieber einen längeren Aufenthalt an einem Zielort planen, als mehrmals pro Jahr für Kurztrips ins Flugzeug zu steigen.

Bemerkung 
Alle Daten in diesem Artikel sind Abschätzungen, sie basieren auf diversen Annahmen und sind demzufolge nicht in Stein gemeißelt. Die Zahlen beziehen sich nur auf die Klimaauswirkungen und demzufolge nicht auf andere Umweltauswirkungen. Der Text wurde verfasst von Andrea Binkert!


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