TRAVEL GOSSIP | Das unvergessliche Surf Erlebnis in Tahiti!

Zugegebenermassen sind wir erstmal etwas enttäuscht, nachdem wir in Papeete gelandet sind: Da fliegen wir um die halbe Welt, um in dieses tropische Paradies zu gelangen und dann kriegen wir keinen Stempel in den Pass. Die Erklärung des Polizisten in astreinem Französisch: Da Tahiti zu Frankreich gehört, befinden wir uns in der EU… Das merken wir dann auch, als wir uns im nächsten Supermarkt Frühstück holen. Hier gibt es tonnenweise Baguettes und wirklich jeder läuft mit mehreren davon aus dem Laden heraus. Nun wollen wir aber weg von der touristischen Hauptstadt, denn die Surfboards im Bag wollen dringend Wellen sehen. So fährt uns ein Taxi über sehr gut ausgebaute, halt europäischen Standards entsprechende Strassen in unser eigentliches Ziel: Paparaa. Über diesen Spot und zum Surf allgemein sollt ihr hier etwas mehr erfahren: „Geschrieben von Maria Valer“

Foto & Text: Maria Valer

Surfspot

Tahiti ist definitiv kein guter Ort, um das Wellenreiten zum ersten Mal auszuprobieren. Die meisten Spots sind scharfe Reefbreaks, bei denen ein sicherer Take-Off absolut Pflicht ist, denn man will ja nicht mit tiefen Schürfwunden aus dem Wasser laufen. Papara ist zwar ein Beachbreak (der einzige an der Westküste!), allerdings von teils grösseren Gesteinsbrocken durchzogen, auf die man achtsam sein sollte. Ausserdem ist hier ständiges Paddeln gegen eine starke Strömung an der Tagesordnung. So ist auch das Level der Locals so hoch, dass wir aus dem Staunen kaum raus kommen. Dennoch wagen wir den Gang in die überkopfhohen Wellen, um nach zwei Stunden deprimiert wieder an den Strand zu paddeln: Zwischen den teils auf Profiniveau surfenden Locals haben wir einfach keine Chance auf anständige Wellen.

Am Strand stellen wir aber fest, dass rechts vom Mainbreak eine etwas kleinere und sanfter erscheinende Welle bricht. Hier sieht man auch einige wenige Frauen und ausländische Surfer auf unserem Niveau im Line up sitzen. Weiter geht’s also! Nun haben wir richtig Spass und können ein paar gute Wellen, vor allem rechte, geniessen. Nach drei Tagen wagen wir uns dann noch einmal an den Main Spot, wo mein Freund alles gibt und ein immer dicker werdendes Grinsen auf dem Gesicht trägt. Ich fühle mich hier aber immer noch nicht wohl und paddle wieder rüber an den kleineren Spot.

Nach ein paar Tagen wird der Swell zu gross für den Beachbreak und wir suchen nach Alternativen. Schnell werden wir dank Tipps der Locals fündig: Am Rande von Papara befindet sich ein namenloser Reefbreak, der nur läuft, wenn der Swell riesig ist. Deswegen ist er auch gänzlich unbekannt und ich sitze die nächsten drei Tage alleine in hüfthohen Wellen und kann ausgiebig an meiner Surftechnik feilen. Perfekt!

Einen weiteren empfehlenswerten Spot namens Sapinus finden wir etwa zehn Minuten von Papara entfernt. Auch hier muss man gut auf die Steine aufpassen, die Welle bricht aber herrlich regelmässig und ist gut lesbar.

Sicherheit

In Papara und Umgebung muss sich wirklich niemand Sorgen machen. Die Locals sind freundlich und tun keiner Fliege etwas zu Leide. Auch als Frau alleine am Strand habe ich mich nie in Gefahr gefühlt und trank auch ab und zu gerne ein Bier mit den Einheimischen. Touristen gibt es hier kaum. Die Reefs und Strömungen sind hier definitiv gefährlicher als die Menschen!

Unterkunft und Essen

Die Taharuu Sorf Lodge in Papara kann ich jedem wärmstens ans Herz legen. Nur wenige Meter vom Strand entfernt, nicht übertrieben teuer, inmitten von einem riesigen Garten aus tropischen Pflanzen, deren Früchte frei zur Verfügung stehen, und mit einem an Wärme und Herzlichkeit nicht zu überbietenden Gastgeber. Wir waren zu der Ferienzeit im Juli da, aber meistens die einzigen Gäste und konnten so die Küche mit Kühlschrank und kompletter Ausstattung ganz für uns nutzen. Jeden Morgen bereiteten wir uns eine grosse Schüssel Müsli mit zahlreichen selbst gepflückten tropischen Früchten, von denen wir teilweise noch nie etwas gehört hatten zu und abends kochten wir Waren aus dem fünf Minuten entfernten Supermarkt. Immer wieder gab uns unser Gastgeber Tipps zu einheimischen Speisen und deren Zubereitung. So stand auch mal roher Thunfisch, die Brotfrucht „Uru“ und selbst gemachtes Kokosnusseis auf dem Speiseplan. Es war genial!

Foto & Text: Maria Valer

Erlebnisse

Wer kennt sie nicht? Die vielleicht berühmteste Welle der Welt. Schnell, hohl, gefährlich, eine meterdicke Lip, direkt auf scharfes Riff brechend. Die Rede ist von Teahupoo, ein atemberaubendes und faszinierendes Monster aus Wasser. Nein, kommt bitte nicht auf die Idee, diese Welle zu surfen. Das ist nur absoluten Pros vorenthalten. Wenn der Forecast aber einen sehr grossen Swell vorhersagt, bucht unbedingt einen Bootstrip zu diesem Spot (in der Taharuu Surf Lodge bekommt ihr alle Informationen und Connections dazu). Wir verbrachten zwei Stunden direkt neben der sechs Meter hohen Welle, die teilweise nur Zentimeter hinter dem Boot brach. Wasser spritzte uns ins Gesicht und die Lip donnerte beim Aufprall auf die Wasseroberfläche in unseren Ohren. Das Adrenalin schiesst mir beim Schreiben der Zeilen schon wieder ins Blut und ich werde dieses einmalige Erlebnis immer in Erinnerung behalten.

Daneben sind wie fast auf jeder tropischen Insel Tauchgänge, schöne Schnorcheltouren und Besichtigungen von Wasserfällen möglich.

Foto & Text: Maria Valer

Instagram:  mary_valeria | Facebook: Maria Valer


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