Die Tasse Kaffee am Morgen gehört einfach zu einem guten Start in den Tag. Ja, so ging es mir auch jahrelang. Aus einer Tasse wurden zwei, manchmal auch drei täglich. Angefangen hat es, als ich zum studieren begann und lange wach bleiben wollte. Ich redete mir ein, dass ich das Koffein brauchte. Während meiner Arbeit im Eventmanagement floss der Kaffee nur so, um mich länger wach zu halten und mich konzentrierter Arbeiten zu lassen. Nach und nach merkte ich jedoch, dass es gar keine so starke Wirkung mehr auf mich hatte. Im Gegenteil, ich konnte kaum noch länger munter bleiben, obwohl ich Kaffee trank. 

Warum weniger Kaffee trinken? 

Wer seltener Kaffee trinkt, der kennt das vielleicht: Wenn das Koffein einsetzt, dann kann das Herz schon mal so richtig zu Rasen beginnen. Dieser erhöhte, außergewöhnliche Herzrhythmus löst im Körper ein Warnsignal aus, welches uns auf Hochtouren laufen lässt. Doch ist das überhaupt gut für uns? Oder tun wir uns damit eher etwas Schlechtes? 

Ich erinnere mich noch: zu Beginn meines Kaffeekonsums wurde mir, je stärker der Kaffee war, regelrecht schlecht und es zog mir den Magen zusammen.

Es ist wohl wahr, dass Kaffee die Konzentration verbessern und auf kurze Sicht die Müdigkeit vergessen sein lässt. Doch wie wirkt sich das schwarze Gold, wie er gerne genannt wird, sonst so in unserem Körper aus? 

Ein Übergenuss – also zu viel Kaffee kann folgende Nebenwirkungen haben: Unruhe und Nervosität bis hin zu Panik-Attacken und Schlafstörung. Kreislauf-Kollaps sowie Magen-Darm-Beschwerden. Durch den Gewöhnungseffekt führen wir unserem Körper kontinuierlich mehr und oder stärkeren Kaffee zu. Die genannten Nebenwirkungen sind also gar nicht so unwahrscheinlich auch bei dir und bei mir bereits aufgetreten. Und um ehrlich zu sein: ich möchte nicht, dass ein Getränk mein Wesen so stark beeinflusst.

Besonders auf nüchternen Magen ist Kaffee ungesund und kann mit unserer Magensäure unerwünschtes Sodbrennen verursachen. Kaffee ist eines der Lebensmittel, die zu einer Übersäuerung des Körpers beisteuern. Noch unbestätigt ist, ob Kaffee – durch die Röstung – auch das Krebsrisiko (im Darm) erhöht. Für mich als Colitis Ulcerosa Patientin war also klar: ich muss weg von dieser Droge. Droge deswegen, weil sich das Loslassen so richtig wie Entzug anfühlte. 

Fotos – Andreas Weiss

Meine persönliche Erfahrung keinen Kaffee mehr zu trinken

Als ich zu Reisen begann, kam automatisch ein reduzierter Kaffee-Konsum mit sich. Ich denke, dass das mit dem abklingenden Arbeitsstress einher ging. Trotzdem hatte ich stets das Gefühl meinen morgendlichen Kaffee einfach zu brauchen. Ja, es hatte sich sehr fest in mir manifestiert, dass ich ohne diesen nicht wirklich wach und den Tag “nicht durchstehen” würde. Erst zwei Jahre später, als es mir aufgrund meiner chronisch entzündlichen Darmkrankheit Colitis Ulcerosa nicht besonders gut ging, entschied ich, einen Schlussstrich zu ziehen. Kennst du das Gefühl, wenn du genau weißt, dass etwas nicht gut für dich ist, aber es dir so unendlich schwer fällt das aufzugeben? Ich entschied mich während einer Phase des Wandels nun nicht mehr täglich Kaffee zu trinken. Und im Nachhinein muss ich sagen: Es war die Hölle. Die ersten beiden Tage, wenn nicht sogar drei, hatte ich mit starken Kopfschmerzen zu kämpfen. Mein Körper wollte mir damit signalisieren: “Ich brauche Koffein!” Ich kam kaum aus dem Bett, war empfindlich gegen Licht und hatte emotionale Auf und Abs. Meine Stimmungsschwankungen hielten sicherlich über zehn Tage an. Wir waren zu dieser Zeit gerade mit dem Bus unterwegs, hatten also gerade mal 1 Zimmer – und somit stellte das durchaus ein Problem dar. Doch meinem Darm ging es besser. Ich beschloss also, nicht aufzugeben. 

Dieser kalte Entzug liegt nun gut zwei Jahre zurück und seitdem trinke ich immer mal wieder Kaffee. Meistens greife ich zu Kaffee, wenn ich einen Migräneanfall habe oder generell starke Kopfschmerzen. Koffein verengt nämlich die Blutgefäße im Gehirn und hilft daher gegen diese Schmerzen. Die meiste Zeit verzichte ich jedoch darauf. Außerdem, wenn ich mich mal mit Freunden in einem netten Bistro treffe oder zu Gast bin. Dabei setze ich auf koffeinfrei, da dabei immer noch Koffein enthalten ist und mir das, nun, da ich so selten Kaffee trinke, vollkommen ausreicht. Ich selbst mache mir kaum noch einen Kaffee. Natürlich gibt es auch da noch Ausnahmen. Wenn es dann mal doch ein ”richtiger” Kaffee ist, merke ich, wie es meinem Darm gleich wieder schlechter geht. Das sehe ich als Zeichen, dass es bei mir einfach nicht sein soll. Stattdessen genieße ich gerne ein warmes Zitronenwasser, einen Chai-Latte oder auch meinen geliebten Matcha-Latte. Mein Lieblings-Ersatz Getränk ist und bleibt der Matcha. Die fast meditative Zubereitung, ähnlich wie beim Kaffee kochen, der Geschmack sowie die positive Wirkung des Grüntees überzeugten mich. Außerdem bin ich ein großer Fan von Roher Schokolade. Teste dich doch einfach mal durch die Kaffeealternativen. Ich bin mir sicher, dass du einen Favoriten finden wirst. Welche Möglichkeiten es unter anderem so gibt, das stelle ich dir nachstehend vor. 

Kaffee-Alternativen: Muntermacher mit und ohne Koffein. 

Die wohl natürlichste Methode um morgens munter zu werden ist direkt aufzustehen und frische Luft in den Raum zu lassen. Idealerweise gehst du morgens raus in die Natur und bringst dadurch deinen Kreislauf in Schwung. Natürlich kannst du auch daheim ein paar Bewegungseinheiten einlegen. Warum ist das nach draußen gehen jedoch so wichtig? Wegen des Vitamin D, das deinem Körper durch deine Augen vermittelt, dass es nun Zeit ist wach zu sein. Ein kurzer, 20-minütiger Spaziergang reicht vollkommen aus. Das könnte zum Beispiel deine Gassi-Runde mit dem Hund sein, oder dein Weg in die Arbeit, den du zu Fuß, mit dem Rad oder dem Skateboard bewältigst. Natürlich gilt es dabei zu beachten, dass du nicht gegenteilig zu viel Sport machst und dadurch wieder müde wirst. 

Wenn’s gar nicht geht: Kaffee Alternativen zum Trinken 

Das meditative Zubereiten des Kaffees, der Geruch, der Dampf der vom Kaffee aufsteigt. Die warme Tasse an den Handinnenflächen. Ist es nicht eher genau das, das uns das gute Gefühl am Morgen gibt? Eine ähnliche Routine lässt sich mit anderen Heißgetränken ebenfalls erleben. Grüner Tee, Matcha, Schwarztee und Mate-Tee beinhalten ebenfalls Koffein. Mate-Tee ist beispielsweise viel bekömmlicher als Kaffee und enthält zusätzlich noch Mineralien, Antioxidantien und Vitamine. Auch schwarzer Tee kann sich sehen lassen: Er wirkt beruhigend auf den Magen und ist dabei Reich an Vitamin B und Kalium. 

Einen motivierenden Vitamin-C Push bekommst du mit warmem Zitrus-Ingwer-Wasser. Vitamin C hat, ganz ohne Koffein, eine belebende Wirkung auf den Körper. Dieses Getränk kannst du gerne in großen Mengen zu dir nehmen. Denn viel Flüssigkeit bedeutet eine Zellaktivität und damit einher geht ein guter Stoffwechsel – im Körper und im Gehirn. Brennesseltee ist mit seinem hohen Eisenanteil besonders für uns Frauen toll, denn das wirkt gegen Müdigkeit. Mit etwas Zitrone holst du dir zusätzlich gleich noch Vitamin C.

Nebst dem Matcha ist ein Kurkuma-Latte mein absoluter Liebling in Sachen Kaffee-Ersatz. Kurkuma wirkt sich besonders gut auf meinen Darm aus – er ist nämlich entzündungshemmend und trägt zu einer guten Verdauung bei. Ähnlich des Kaffees hat Kurkuma außerdem eine blutverdünnende Wirkung und steigert so die Vitalität. Auch Roh-Schokolade wird entzündungshemmend und beinhaltet Mineralstoffe. Achte beim Kauf des Rohen Kakao Pulvers darauf, dass kein Zucker zugeführt wurde. Ein alternatives, gesünderes Süßungsmittel ist z.B. Algarvendicksaft. 

Trinkst du Kaffee?

Lass uns gerne wissen, wie es dir mit dem Genuss von Kaffee geht. Welche Alternativen du außerdem noch kennst und welcher Kaffee-Ersatz dein absoluter Favorit ist – schreib uns hier!