ES IST EINMAL MEHR SOWEIT: WIR TAUSCHEN DIE WEITEN PUL- LOVER UND LANGEN HOSEN GEGEN SOMMERKLAMOTTEN & BIKINIS EIN. NICHT IMMER EIN VORGEHEN, DAS UNS EINFACH FÄLLT – WOBEI GERADE IM FRÜHLING UND SOMMER DIESER DIREKTE KONTAKT MIT DEM EIGENEN KÖRPER UND DEN DAZU FLIESSENDEN GEFÜHLEN KAUM ZU UMGEHEN IST. DOCH WIE SEHR SOLLTEN UNS DIESE GE- FÜHLE BEEINFLUSSEN? UND WARUM BITTESCHÖN SCHENKEN WIR UNS NICHT EINFACH EINE AUSZEIT VON DIESER SELBSTKRITIK, SO ALS PAKT UNTER BERG-, SURF- UND SKATEFREUNDINNEN?

Kritik ist ja nicht per se schlecht. Etwas zu beurteilen, sich eine Meinung zu bilden und auch Platz für Emotionen zu schaffen ist wichtig und richtig. Nur sollten wir uns dabei nicht selbst zerstören! Leider ist es jedoch so, dass wir alle diese einen oder anderen Körperstellen haben, die wir jetzt nicht zu 100% zelebrieren. Manchmal sogar neigt sich dieses Zerstören ins Wort- wörtliche, wobei für Selbstliebe kaum mehr Platz vorhanden ist.

Was bedeutet denn eigentlich Selbstliebe?

Selbstliebe ist ein wesentlicher Teilaspekt des umfassenderen Selbstwertgefühls, das in einem hohen Masse nicht nur das Selbstbild eines Menschen bestimmt, sondern auch Basis eines wertschätzenden Umgangs mit anderen Menschen ist. Die Interaktion mit der Umwelt wird zu einem wesentlichen Teil durch die Selbstliebe einer Person geprägt. Eine andere, für Sozialkontakte fast ebenso wichtige Selbstwert-Komponente ist Selbstvertrauen, d. h. das Vertrauen in die Fähigkeit, das eigene Leben gestalten und selbst gesteckte Ziele erreichen zu können. Kurz gesagt, das zu tun, was wir lieben!

Da sind wir angekommen: Wir tun, was wir lieben. Eine perfekte Voraussetzung für das eigene Selbstvertrauen, wobei wir in unserem Element sind und ganz gedankenlos erleben können. Naja, zumindest manche von uns. Andere, da zähle ich mich oftmals auch dazu, überwinden sich auch bei tiefen Leidenschaften. Wobei die Angst vor dem Versagen einem diese so wichtige Power für MEHR nehmen kann. Man blockiert sich selbst, kommt nicht weiter, verspürt Frustration und bemerkt dazu diesen Kopfzirkus – was die ganze Situation nicht besser macht. Doch warum? Warum lassen wir uns durch andere Meinungen, Blicke, persönliche Emotionen und diese oftmals viel zu hohen Ansprüche manipulieren?

Eine Frage, die sicherlich ganz individuell beantwortet wird, jedoch auch viel mit unserem gesellschaftlichen Denken zusammenhängt. Denn JA, leider ist Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau noch immer ein grosses Thema. Leider ist für viele das Skaten noch immer “Männersache” und leider werden Frauen am Berg auch im einundzwanzigsten Jahrhundert noch nicht zu 100% ernst genommen.

Was ich nie vergessen werde sind die Worte von Aline Bock in einem unserer tollen Gespräche: “Weisst du, früher sah man das als Kompli- ment, wenn ein Mann zu einer Frau sagte – Hey du fährst ja wie ein Typ! Heute hingegen sehe ich den Wert, wie eine Frau zu fahren.” Denn HEY, wir sind Frauen, wir dürfen stolz sein, Teil vom Ganzen zu sein und uns dabei wohlfühlen. Diese persönliche Weiblichkeit ist unser Gut und unser Körper ist unsere Basis für diese unvergesslichen Erlebnisse am Berg, im Schnee, auf dem Asphalt oder im Wasser.

Lasst uns diesen Frühling und Sommer eine Auszeit nehmen, lasst uns diese Basis, unseren Körper, feiern. Lasst uns achtsam sein, kritisch aber liebevoll! Und lasst uns erleben, nicht in diesem Kopfzirkus versumpfen, im Moment dabei sein. Denn wenn nicht jetzt, wann dann?

Silke Avancini hat auf ihrem Weg zur Selbstliebe mit tiefer Leidenschaft ein Shooting zusammen mit der Fotografin Elisabeth Egli organisiert. Dabei unterstützt haben sie Florence Züger, Leandra Müller, Muna Diouf, Nicole Rutishuser, Sarah Jordi, Mira Widmer und Hanna Keller. Bilder, die Haut zeigen, vor allem aber Persönlichkeiten repräsentieren, die das tun, was sie lieben. Eine Darstellung von Schönheit, die zeigt, wie unglaublich divers und wie unglaublich schön wir alle sind!