Surf-Virus

Die Sonne strahlt mir ins Gesicht. Die Meeresoberfläche glitzert goldig und es herrscht eine wunderbare Ruhe. Es ist 07.15 Uhr und ich sitze auf meinem Surfboard draussen im Atlantik. Meine Freundin und ich warten zusammen mit ein paar anderen Surfern auf die perfekte Welle im Sonnenaufgang. Eine unglaubliche Freude erfüllt mich.  Ich fange an zu singen, weil es so ein schöner Morgen ist! Und jetzt, da kommt sie. Ich lege mich auf mein Board, mein Körper spannt sich, ich fange an zu paddeln, werfe nochmals einen Blick zurück und stemme meinen Oberkörper schnell auf. „Juheee“   ich stehe und lasse mich von der Welle vorwärts treiben. Es dauerte nicht lange und ich verliere das Gleichgewicht, so dass ich ins Wasser falle. Ja, einverstanden, das mit dem Gleichgewicht muss ich noch ein wenig üben!  Aber der kurze Moment auf dem Brett  genügt schon, um ein Gefühl, gemischt aus Freude, Spass und Adrenalin auszulösen. Wow…man (Frau) will mehr!

Diesen Sommer hatte ich das Privileg, 2 Mal meine Ferien in Westfrankreich zu verbringen. Im Juli konnte ich ein Surf- und Beachvolley Camp mit 2 Kollegen leiten. Dies war von „Surprise Reisen“ (www.surprise-reisen.ch) organisiert  in der Zusammenarbeit mit „Wave Tours“(www.wavetours.de).

In einem Car, gefüllt mit 73 Frauen und Männern  aus der ganzen Schweiz, fuhren wir nach Mimizan, südlich von Bordeaux. Unsere Unterkunft befand sich auf einem einfachen gemütlichen Campingplatz, nicht weit weg vom Atlantik. Nur der Pinienwald lag dazwischen. Die Sonne verliess uns die ganze Woche nicht. Dafür fehlten uns ein wenig die Wellen! Doch für die Teilnehmer, welche das erste Mal auf dem Brett standen, genügte es, Spass im Wasser zu haben. Es war schön zu sehen, wie manche ihre ersten Surferlebnisse hatten und andere kleine Fortschritte machten.

Für mich war es eine besondere Erfahrung ein solches Camp zu leiten und ich genoss die gute Gemeinschaft welche wir während der ganzen Woche hatten. Ich denke in dieser Woche wurden der eine oder die andere vom “Surf-Virus„ angesteckt. Zu schnell war diese Woche vorbei und uns blieb nur noch der Sand im Koffer, welchen wir mit nach Hause nahmen.

 

Es vergingen nur ein paar Wochen und schon bald sass ich wieder im Flugzeug Richtung Westfrankreich. Diesmal war unser Ziel Lacanau. Wir waren nur zu zweit unterwegs und übernachteten in einer alten, umgebauten Villa. Diese dient nun als einfache Unterkunft, für Surfer und Leute mit wenig Anspruch. Sehr empfehlenswert! (www.wavetrotters.canalblog.com)

Als wir dort ankamen, wurden wir gleich herzlich von einem anderen Gast begrüsst. Er kam aus Marokko und war ebenfalls zum Surfen in Frankreich. Er zeigte uns den Strand, welchen wir in 3 Gehminuten erreichten, sowie die Surfshops wo wir unsere Bretter mieteten.

Die Wellen fehlten diesmal nicht und so versuchten wir es alleine, ohne Surfunterricht. Ich beobachtete die Surflocals und ihre Paddel-, Aufsteh- und Surftechnik.  Man kann viel dabei lernen!

Meine Freundin und ich hatten jede Menge Spass. Auch wenn wir immer wieder mal unter, anstatt über dem Wasser waren. Wir motivierten uns gegenseitig und hatten Freude an jedem kleinen Fortschritt.

Ja, es braucht viel Zeit, Kraft und Ausdauer um diese schöne Sportart zu erlernen. Aber es lohnt sich!

Also, liebe Frauen, habt  Geduld und denkt daran; Jede Welle, die ihr anpaddelt, ist eine Welle näher zum Ziel.

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Foto: Euryale Lab