Mit der persönlichen Liebe und Leidenschaft des Skatens, öffnet sich eine Vielzahl an Türen. Eine unglaubliche Auswahl an diversen Styles, welche so keine andere Sportart präsentiert. Vom Street Skaten bis zum Downhill Longboarden oder Dancen, zeigt sich der Überbegriff SKATE als extrem vielseitige und offene Leidenschaft. Aber halten die Skater untereinander fest zusammen, oder gibt es Differenzen zwischen Skatern von verschiedenen Stilen? Welche Unterschiede wirklich bestehen und wie sich diese Hürden der beiden Communities trotz allem wieder vereinen, finden wir heraus, im persönlichen Interview mit Natalie Pluto!

HI NATALIE, ERZÄHL UNS DOCH EIN BISSCHEN MEHR ÜBER DICH…

Hi Tanja, ich heiße Natalie Pluto, bin inNord-Virginia außerhalb von Washington D.C. aufgewachsen, lebe zurzeit in Burbank, Kalifornien und studiere an der New York Film Academy von LA. Ich bin 18 Jahre alt und skate seit fast drei Jahren Longboard Freestyle, bin dazu auch glückliche Teamfahrerin von Majutsu Longboards und Skate Blood Orange Wheels. Viele von euch fragen sich bestimmt, was Longboard Freestyle ist. Longboard Freestyle ist eine besondere Art des Skatens, welche aus kreativen Tricks auf einem Longboard besteht. Der Sport, dem ich einen großen Teil meines Lebens widme. Meine Leidenschaft, die mir geholfen hat, viele erstaunliche Individuen zu treffen und meinen Möglichkeiten neue Horizonte zu eröffnen.

WAS IST DEINER MEINUNG NACH DER GRÖSSTE UNTERSCHIED ZWISCHEN LONGBOARDING UND STREET SKATING?

Longboarding und Street Skating sind beideerstaunliche Sportarten. Für viele wirken diese beiden Sportarten wie ein und dasselbe. Sie sind jedoch völlig unterschiedlich. Wir sehen den ersten grossen Unterschied zwischen den zwei verschiedenen Boards. Longboards und Streetboards werden unterschiedlich hergestellt. Dies umfasst die Form, Länge und Art des Holzes, welches für die Herstellung des Boards benutzt wird. Longboards sind im Vergleich zu einem Street Skate tendenziell flexibler und länger, wobei dies jedoch sicher nicht der größte Unterschied zwischen Longboarding und Street ist. Ein Board ist ein Board, aber der Schlüssel ist, was du mit diesem Board machst. Wenn es um das Street skaten geht, sind zum Beispiel mehr Treppen, Geländer, Gaps und Rampen involviert. Als Longboard-Freestyler/Dancer brauche ich nur eine lange und flache, betonierte Straße. Dies ist für mich ein idealer Skate-Spot, großartig für lange Tanzlinien und diverse Tricks. Aus meiner persönlichen Erfahrung hat das Skateboarden eine Tradition der Tricks. Beim Longboard Freestyle gibt es immer wieder neue Tricks mit verrückten Namen, wobei es einem ganz bestimmt nicht langweilig wird. Der persönlichen Kreativität ist daher keine Grenze gesetzt.

WÜRDEST DU SAGEN, DIE COMMUNITY MENSCHEN HINTER DIESEN BEIDEN UNTERSCHIEDLICHEN SKATE-STYLES SIND ANDERS? WIE WÜRDEST DU DEN TECHNISCHEN UNTERSCHIED BESCHREIBEN UND FÜHLST DU EINE NEGATIVITÄT ZWISCHEN DIESEN BEIDEN STILEN?

Die Longboard-Community ist äußerst freundlich, in den letzten drei Jahren habe ich noch keine Negativität in dieser Community erlebt. Im Gegenteil, man wird offen aufgenommen, wird unterstützt und der Fokus steht beim gemeinsamen lernen und weiter kommen. Ich hatte noch nie eine Community um mich, welche so warm und offen war. Wir sind eine große, glückliche Familie, offen für Neues und Jeden. Das unterscheidet die Longboard-Community wirklich von jeder anderen Community. Ich habe jedoch in der Vergangenheit einige schlechte Erfahrungen mit der Street Skate Community gemacht. Ich persönlich finde beide Seiten unglaublich spannend und inspirierend und glaube, dass beide Skate-Styles großartig sind. Von meiner Seite her benötigen wir beides, jeder sollte sich frei entfalten, mit dem was er repräsentiert, was leider nicht jeder so sieht. Seit ich mit dem Longboarding gestartet habe, wurde ich von der Street Skate Community für die Länge meines Boards verurteilt, für die Tricks, die ich mache und für die Art, wie ich gerne skate. Nicht alle Skateboarder sind so, aber es gibt einen schockierenden Unterschied, wenn es um Freundlichkeit zwischen den beiden Gemeinschaften geht. Was ich noch schlimmer finde, ist wie die Street-Skate- Community andere Street-Skater nach ihrem Aussehen oder der Kleidung beurteilen. Nur schon wie sie auf ihrem Brett stehen oder ganz einfach wie sie ihr Brett halten, reicht für viele Street Skater, schlecht übereinander zu urteilen. Ich bin der Meinung, dass solche Urteile und Aussagen unnötig und dumm sind und niemandem weiterhelfen und sogar manchen die Freude am Sport nehmen. In der Longboard-Community hingegen, ist es völlig egal, was du trägst, oder wie du dich bewegst. Jeder ist willkommen und wir wissen, was unsere Leidenschaft ist und lassen uns den Spaß beim Skaten und die Art wie wir skaten, von niemandem nehmen.

WAS IST DEINER MEINUNG NACH AM WICHTIGSTEN, WENN ES UM STIL UND TECHNIK BEIM LONGBOARDEN GEHT?

Durch und durch man selbst zu sein, ist das Wichtigste, wenn es um Stil und Technik beim Longboarden geht. Ich fühle mich einfach frei und voller Kraft, wenn ich auf meinem Longboard stehe. Der Kreativität und Spontanität freien Lauf zu lassen, ist der Schlüssel zum Style. Jedes Mal, wenn ich mit meinen Freunden oder noch unbekannten Longboardern unterwegs bin, lasse ich mich von deren Technik und Style inspirieren. Es ist immer so interessant neue Skater zu treffen, weil jeder Einzelne seinen ganz eigenen Stil repsäntiert. Dazu gehört natürlich auch eine gewisse Regelmässigkeit, um Erlerntes zu vertiefen. Spannend ist jedoch, dass ein und derselbe Trick, bei jedem etwas ganz eigenes haben kann. Fazit: Konzentriere dich nicht zu sehr darauf, jemand zu sein, der du nicht bist. Lass einfach los und sei du selbst, dann kommt der Style und die Technick von allein!

WÜRDEST DU SAGEN, ES IST EINE ART KUNST, DURCH DIE DU DICH REPRÄSENTIERST?

Ja, Longboarden ist definitiv eine Kunst, durchdie man sich repräsentiert. Es ist ein Weg sich auszudrücken, fast wie das malen eines Bildes. Dieser Sport ist absolut schön und die Anzahl an Komplimenten, die ich von Fremden bekomme, wenn ich unterwegs bin, ist überwältigend und herzerwärmend. Wie es auch verschiedene Malstile gibt, gibt es verschiedene Longboard-Stile. Wir haben Downhill-Longboarding, das ist der schnellste und wahrscheinlich gefährlichste Longboard Stil. Dann gibt es Longboard-Freeride, eine Art Downhill-Skaten, das mehr trickorientiert und technisch ist. Beim Longboard-Tanzen, tanzt man tatsächlich auf dem Board, wobei der Skater sich mit dem Körper auf den Brett dreht und verschiedene Schritt-Manöver möglichst flüssig und stylisch als ganze Bewegung präsentiert. Und schließlich noch der Longboard-Freestyle-Stil, die kreative Trick-Formation beim Longboarden. Dazu gibt viele weitere Arten von Longboarden, einschließlich Push, Carving, Cruising usw. – Alles eine Art von Kunst!

WIE WÜRDEST DU DEN WEIBLICHEN TEIL DIESER COMMUNITY BESCHREIBEN UND GLAUBST DU, IST ES EINFACHER ALS FRAU IN DER LONGBOARD COMMUNITY FUSS ZU FASSEN, ALS BEI DEN STREET SKATERN?

Ich glaube, durch den starken Zuwachs anFrauen in beiden Communities, sind beide Skate-Gemeinschaften sehr offen um Fuss darin zu fassen. Es gibt eine Vielzahl von Gruppen, Organisationen und Gemeinschaften, die die Teilnahme von Mädchen und Frauen an diesen Sportarten fördern. Was einfach nur großartig ist, denn es inspiriert nicht nur Frauen, sich ein Board zu organisieren und anzufangen, viel mehr schafft es eine gute Umgebung für Frauen, die sich vielleicht nicht von Anfang an begrüsst im Sport fühlen. Ich habe noch nie einen Skater getroffen, der die Idee der weiblichen Skater nicht Willkommen geheissen hat. Es ist ein Fakt, dass der weibliche Teil Tag täglich wächst, was hoffentlich noch lange so bleiben wird!

WAS SIND DEINE PERSÖNLICHEN ZIELE ALS FRAU UND LONGBOARDERIN?

Mein persönliches Ziel ist es, nicht nur als Skaterin,viel mehr auch als Frau, zu wachsen. Ich möchte meinen Teil dazu beitragen, diesen Sport der Welt schmackhaft zu machen und meine Freude möglichst breit zu teilen. Mein Ziel ist es, andere zu inspirieren und zu motivieren, durch jeden Post, jedes Video, dass ich teile, oder auch jede Skate Session die ich draussen geniesse. Ich lass mich von anderen täglich inspirieren, im echten Leben, wie auch auf den sozialen Netzwerken und hoffe, diese Inspiration auch weitergeben zu können.

WO SIEHST DU DIE LONGBOARD COMMUNITY IN DEN KOMMENDEN JAHREN?

Da die Longboard Community im Vergleich zuanderen noch sehr klein ist, hoffe ich, dass diese stets weiter wächst. Was mir jedoch nicht so grosse Sorgen bereite, da ich dies jetzt schon täglich beobachte… Dazu denke ich werden die Events rund um das Longboarden wachsen, was eine grosse Chance sein wird, das Ganze noch bekannter und attraktiver zu präsentieren. Ich kann die kommenden Jahre kaum erwarten und freu mich, Teil einer solch herzlichen Community zu sein!

DANKE NATALIE FÜR DEINE OFFENHEITUND EHRLICHKEIT, WIR WÜNSCHEN DIR WEITERHIN NUR DAS BESTE UND VIEL ERFOLG!

Fotos: Tom Flinchbaugh