Mit ihrer ganz persönlichen Leidenschaft und Liebe zu den Bergen und dem Schnee, gehört Hana Beaman zu einem der Grossen Vorbilder. Seit schon fast zwei Jahrzehnten erlebt sie die Sonnen- und Schattenseiten, wie auch diesen unglaublich wichtigen Zuwachs der weiblichen Quote in diesem Business. Im persönlichen Gespräch mit Hana, verspüren wir eine geteilte Freude und realisieren einmal mehr, was wirklich wichtig ist!

Foto – Erin Hogue

Hana, du hast Grosses bewirkt im weiblichen Teil des Snowboardens. Wie ist es fürdich zurück zu blicken und würdest du alles nochmals gleich machen?

Es ist ziemlich aufregend zurück zu blicken in meine vergangenen 18 Jahre Snowboarden. Da sind so viele tolle Menschen und herzliche Erfahrungen, manche fühlen sich so an als würde ich verschiedene Leben in parallelen Universen führen!

Und obwohl ich möglichst im jetzt leben möchte, empfinde ich beim zurückdenken ein überwältigendes Gefühl der Dankbarkeit und des Wunders. Und JA, ich denke ich würde alles nochmals gleich machen, denn auch wenn ich Fehler gemacht habe, sehe ich diese im Ganzen als wichtigen Teil meiner Erfahrungen.

Von den Freestyle Parks zum Backcountry Terrain, wie stark wächst man wirklich als Persönlichkeit durch den Kampf und die Freude am Snowboarden?

Oh yeh, man wächst ganz schön stark, muss man auch! Da waren viele schwierige Zeiten, Versuch und Irrtum und dieses immer wieder durchdringen der Mentalen schwächen im Backcountry Terrain wie auch in meiner generellen Karriere. Es ist ein ziemliches Mentales Spiel da draussen, wobei ich viel durch meine unsicherheiten und ängste gelernt habe. Mein Snowboard war nicht nur schon immer ein Spielzeug, es war und ist mein Untersatz für eine ganz persönliche Reise der Selbsterforschung.

Was war es, dass dich motiviert hat, vom Freestyle ins Backcountry Terrain zu wechseln?

Ich denke ich wollte alle Möglichkeiten da draussen sehen und für mich selbst erleben. Ich habe es schon immer geliebt einfach draussen in den Bergen zu sein und zu erkunden, wobei ich als Park-Ratte gestartet habe und mich auch noch heute viel mit Rails und Kicker beschäftige. Den wechsel ins Backcountry Terrain hat sich nach einer gewissen Zeit dann einfach ganz natürlich angefühlt, wobei ich mich heute sehr zufrieden und zu Hause fühle, wo ich bin!

Foto – Erin Hogue

Durch meine persönlichen Erfahrungen mit dem Schneemobil, fernab der Zivilisation, kann ich mir vorstellen, wie es sein muss im tief verschneiten Alaska oder Kanada Terrain. Wie würdest du dieses Gefühl beschreiben, weit weg von allem, umgeben von roher Natur, Bergkulissen und jede Menge Schnee?

Es ist wirklich überwältigend. Diese Art von Stille welche die Grossartigkeit des Universums kreiert, wobei man einfach den Moment lebt und realisiert wie unglaublich genial diese wilde Natur ist. Man fühlt sich so klein und doch so speziell in diesen Momenten.

Was sind die wichtigsten Dinge, die du für einen Tag neben der Piste mit dabei hast?

Snacks.. (lacht) und natürlich meinen Backcountry Rucksack mit all den lebenswichtigen Komponenten. LVS, Sonde, Schaufel, Feuerzeug, kleines Erste Hilfe Set, ein Messer, eine Stirnlampe und natürlich die guten Freunde!

Wie ist es eine Frau in der Backcountry Szene zu sein? War das jemals “ein “Sache”?

Ziemlich unglaublich! Es gibt immer mehr Frauen da draussen, wobei es jedoch noch immer sehr toll und speziell ist neue Bekanntschaften zu machen. Man fühlt sich definitive wie einer der Jungs, ein bisschen wild und auf eine ganz spezielle Art und Weise verbunden zur Natur.

Was sind deine Top 5, liebsten Backcountry Orte?

Ich liebe Jackson Hole (USA) “Side Country”, Whistler oder Pemberton (CAN) für die Schneemobil Touren, die Backcountry Region von Mount Baker (USA) und die innereRegion der magischen British Columbia (CAN) rund um Nelson.

Du reist seit Jahren durch die ganze Welt für das Snowboarden, vermisst du diese sichere Umgebung, ein Ort mit Garten und diese Konstanz umgeben von Freunden und der Familie zu sein nicht?

Ich geniesse tatsächlich diese Routine sehr. Dieses stetige Reisen hat mir grossen Spass bereitet, wobei dies jedoch auch ganz klar sehr anstrengend sein konnte. Ich glaube ich schätzte es sehr ein wenig intensiver meinen Wurzeln nachzugehen, wie auch mein Zuhause und den Kontakt zu meiner Familie und meinen Freunden zu pflegen. Zuhause heisst für mich Mount Baker, Bellingham (USA), ein Ort von dem ich nicht genug bekommen kann!

Was macht dir Angst, auf deiner persönlichen Reise?

Ich habe sehr Angst geliebte Menschen zu verlieren. Alleine zu Enden!

Wer hat dich immer schon inspiriert und welche Ratschläge würdest du anderen Frauen auf ihrer Reise mitgeben?

Ich denke es ist wichtig einfach mehr Frauen in allem zu sehen. Meine persönliche Inspiration erhalten ich nicht mal nur im Sport selbst, vielmehr sind es diese Persönlichkeiten die einfach alles für ihr Ziel geben und dieses zutiefst leben. Ein Ratschlag von meiner Seite: Keine Angst vor neuem zu haben, zu scheitern und weiter zu machen. Die ganz persönliche Freude im Leben finden und diese weitergeben, so inspiriert und voller Freude wie du sie selber erlebst!

Zum Schluss, auf was von dir können wir uns freuen und was sind deine persönlichen Ziele für die kommende Wintersaison?

Mein Ziel ist es so viel wie nur möglich Spass zu haben und zu lachen. Ich möchte mit meinen liebsten Menschen, meine liebsten Orte erkunden und diese Saison durch und durch mit den richtigen Gründen geniessen. Den wenn ich glücklich bin fahre ich normalerweise am besten, wobei ich ganz ohne Druck an meinem Level arbeiten kann!