Alle Gedanken entstehen im Gehirn. Und es sind die Gedanken, die jede Emotion, jede Entscheidung, jede Körperbewegung und jede Handlung beeinflussen. Und somit hängt deine mentale Stärke zu 100% von deinen Gedanken ab.

Aber was beinhaltet mentale Stärke überhaupt? Kurz gesagt geht es um die Fähigkeit, deine Gedanken auf eine Art und Weise kontrollieren zu können, dass sie eine positive Auswirkung auf deine innere Einstellung, deine Denkweise, deine Emotionen und deine Körperreaktion haben, damit du die bestmögliche Leistung erbringen kannst.

Konkret geht es darum, eine positive Denkweise zu haben, ums im Moment sein, ein gutes Selbstvertrauen und Durchhaltevermögen zu besitzen, mutig und motiviert zu sein, sich unter schwierigen Bedingungen konzentrieren und fokussieren zu können. Mit Ängsten, Blockaden, Misserfolgen und Frustration umgehen zu können. Starke Nerven zu haben, um im richtigen Moment richtig zu reagieren.

Denn egal wie gut trainiert und fit du bist, wie gut dein Material ist, und wie perfekt die Bedingungen sind, macht der Kopf nicht richtig mit, wird deine Leistung und deine Freude am Sport leiden.

Mit folgender Übung kannst du deine mentale Stärke trainieren. Mentales Training ist wie Muskeltraining – die Regelmässigkeit macht den Unterschied!

Visualisieren:

Visualisieren ist eine der wichtigsten Techniken, um mentale Stärke zu trainieren, denn unser Gehirn kann nicht unterscheiden, ob wir eine Erfahrung tatsächlich gemacht oder sie uns nur vorgestellt haben. Bevor du mit dem Visualisieren beginnst, überlege dir, was du aktuell in deiner Sportart erreichen oder verändern möchtest.

Text: Kim Chareonbood | Illustration: Nina Danuser

So visualisierst du richtig:

1. Wenn du einen Bewegungsablauf trainieren willst, dann ahme die Körperposition nach. Ansonsten lege oder setze dich bequem hin.
2. Schliesse deine Augen und beobachte so lange deinen Atem, wie er ein und ausfliesst, bis du merkst, dass du ruhiger wirst und dich konzentrieren kannst.
3. Gehe nun innerlich in die gewünschte Situation und stelle dir diese so detailliert und intensiv wie möglich vor. Benutze dazu alle deine Sinne: Was du siehst, hörst, riechst, schmeckst und fühlst. Am wichtigsten sind die Gefühle – sei richtig intensiv mit deinen Emotionen. Bewegungsablauf trainieren: Führe die Bewegung vor deinem inneren Auge von Anfang bis zum Schluss mehrmals durch. In Zeitlupe, aber auch in real-time. Fühle richtig intensiv, wie sich die Bewegung anfühlt.
Selbstvertrauen und Mut, Ängste überwinden: Überlege dir, wie du dich stattdessen fühlen willst. Überlege dir ein Wort, dass für dich dieses Gefühl symbolisiert. Dann stelle dir die aktuelle blockierende Situation vor, und lass diese immer kleiner werden, farbloser, weiter weg, bis sie ganz verschwindet. Dann stelle dir mehrmals hintereinander die neue Situation vor, wie du diese mit diesem positiven Gefühl durchlebst. Sage dir innerlich während dem Visualisieren mehrmals dein „Powerwort“ auf. Zusätzlich für Ängste überwinden: Gehe wieder in die angstmachende Situation und mache sie so lustig oder absurd wie möglich, denn Humor und Angst verträgt sich nicht gut. Deiner Phantasie sind keine Grenzen gesetzt!
Fokus und Konzentration: Stelle dir eine Situation vor, in der du fokussierter und konzentrierter sein willst. Dann mache deinen Fokus richtig breit und nehme alles so detailliert wie möglich wahr. Dann verenge deinen Fokus und mach in ganz schmal, bis du nur noch das wahrnimmst, was im Moment gerade wichtig ist. Übe dieses Fokus weit machen, wieder eng machen, wieder weit machen mehrere Male hintereinander.
4. Verweile noch einen Augenblick bei deinem Atem und öffne dann langsam deine Augen.
Text: Kim Chareonbood
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