Daheim zu bleiben in den eigenen vier Wänden – für Wochen – das hat wohl in jedem von uns etwas bewegt. Eine Phase unseres Lebens, wie wir sie nicht wieder erleben wollen. Doch wenn wir das ganze ein wenig von der positiven Seite aufrollen wollen, dann bemerken wir Veränderung auch in uns drin. Eventuell hat diese Zeit etwas mit uns getan, das gar nicht so schlecht war. Vielleicht haben wir uns endlich wieder auf das Wesentliche besinnt.

Ein Umdenken beginnt

In meinem Umkreis habe ich diese Corona-Lockdown-Phase bei den meisten so beobachtet: zuerst verfiel man in eine Schockstarre. Dann beginnt das Einholen von Ideen, was man denn noch so machen könnte um der Langeweile entgegen zu wirken. Diese Phase ist stark verbunden mit einem intensiven Konsum von Social Media. Durch die Motivation on screen beginnt man selbst zu handeln und zu tun. Durch das Ausprobieren findet man schließlich heraus, was man denn mag und ja, auch das was man nicht mag. Doch irgendwann kommt auch hier der Moment, wo auch das nicht mehr von der inneren Stimme ablenkt. 

Sich mit sich selbst auseinanderzusetzen, ganz ohne Ablenkung, ohne echte soziale Kontakte, Treffen, Veranstaltungen … das ist eine besondere Herausforderung, das steht außer Frage. Verbindung zu der Außenwelt sucht man sich also in der Online Welt, auf Social Media, ganz besonders auf Instagram. Und trotzdem ist es nicht dasselbe. Schnell hat man den ganzen Feed mal durch und irgendwie ist in den Stories auch nichts Neues. Was bleibt ist also nur man selbst. Einige wagen also einen Blick in ihr Innerstes.

Achtung! Wer bin ich und mag ich mich eigentlich?

Fragen tauchen auf, von denen der Alltag normalerweise getrost ablenkt. Was geht in mir vor? Welche Gedanken denke ich und was machen diese mit mir? Wie stark lasse ich mich von außen beeinflussen und was konsumiere ich täglich über Social Media? Wer bin ich und mag ich mich selbst? Liebe ich mich selbst, so wie ich bin?

Wer sich mir diesen Fragen beschäftigt, hat meiner Meinung nach einiges richtig gemacht. Denn wann, wenn nicht jetzt, wenn man scheinbar viel mehr Zeit hat (eigentlich ist es genauso viel Zeit wie sonst, nur nutzt man sie anders, weil sie anders wahrgenommen wird) ist der richtige Moment gekommen endlich Liebe für sich selbst zu entwickeln? Nicht umsonst heißt es, dass man erst andere Lieben kann, wenn man sich mit sich selbst auseinandergesetzt hat. Wenn man mit dem eigenen Handeln, mit den eigenen Gedanken glücklich ist.

Bewusstsein für sich selbst und dem was einem gut tut zu entwickeln bedeutet auch, die Umwelt zu hinterfragen und damit die Social Media Nutzung bzw. das, was uns auf Kanälen wie Instagram präsentiert wird. Man reduziert und wird sich dem hier und jetzt bewusster. Nicht nur im Leben selbst – sei es der Kleiderschrank oder das Kellerabteil – wird aussortiert. Als nächstes wird die Instagram Follow Liste ausgemistet. 

Ich lebe für mich

Ich entfolge grundsätzlich gerne einmal Accounts, wenn sie mir vermehrt unwohl bescheren mit ihren Inhalten. Doch wir alle wissen, mit dem “unfollow” Button ist auch Ungewissheit und Unsicherheit verbunden. Doch was steckt eigentlich dahinter? Ganz ehrlich, es ist nichts Persönliches, wenn ich jemandem einfach nicht mehr auf Instagram folgen möchte. Ich tue das ja nicht für ihn oder sie. Ich lebe für mich. Mit diesem Gedanken entfolgt es sich gleich viel leichter, das kann ich dir garantieren! Schlussendlich bist du niemandem eine Rechenschaft schuldig, außer dir selbst. 

Generell sehe ich einen starken Trend zu einem ehrlicherem, pureren Social Media Auftritt, wie das no-filter movement, weniger zu besitzen und auf das was man hat mehr acht zu geben. Bewusstsein – “Mindfulness” – wie es so schön heißt, ist in aller Munde. Ich finde toll, dass das bei den Menschen ankommt. 

Text – Kathi Maloun

Beginnt das hinterfragen des Konsums erst mal, so lässt es sich kaum mehr stoppen. Viele nutzen die Corona Zeit nämlich für einen weiteren Schritt. Offline statt Online. Für manche lediglich 24h oder gar regelmäßig ein ganzer Tag pro Woche, so habe ich auch Profile entdeckt, die nach drei Wochen wieder online kommen. Und lasst euch sagen, sie haben es überlebt und auch ihre Welt dreht sich noch. Immer mehr tendiere ich auch für mich selbst eine längere Social Media Pause zu machen. Um noch mehr auf mich selbst hören zu können. Hast du damit bereits Erfahrungen gemacht? Lass es mich gerne wissen! 

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