Roadtrips sind die ultimativen Fernweherlebnisse. Versuche dir Zeit zu lassen. Atme ein, atme aus. Kein Ort an welchem du sein musst, keine Verpflichtungen oder Zeitpläne. Nur du selbst, die endlosen Straßen, deine eigene Gesellschaft, viele neue Freunde und Surfbretter. Ein Moment, um die täglichen Sorgen zu vergessen und in der Gegenwart zu leben.

Ein Roadtrip ist nicht nur das Suchen nach etwas Neuem, sondern die Aufregung, nicht zu wissen, welche Straßen du befahren wirst und der verrückte Umstand sich einem ständig wechselnden Ziel zu nähern. So viel es auch ist, die Erforschung des Unbekannten, es ist eine Erfahrung des Selbstwachstums. Die Entdeckung des Selbst, das Ausloten von Grenzen, das Ausbrechen aus dem eigenen Komfort, das Wachstum auf körperlicher und spiritueller Ebene, ist ebenso Teil der Reise, wie die Reise selbst. Das ist der Hauptgrund, warum das Tempo im Vergleich zu anderen Reisearten viel langsamer ist. Es erlaubt dir, sich die Zeit zu nehmen, die Schönheit von allem zu schätzen und ohne jeglichen Stress einzutauchen. Nach dieser kurzen Einführung, hier einige Tipps und Tricks, um dich auf dieser Reise zu „unterstützen“ und einige der Herausforderungen zu meistern, denen du möglicherweise begegnen oder auch nicht begegnen wirst. Unabhängig davon, was hier beschrieben ist, ist es deine Reise, folge deinem Herzen und Instinkt – Du weisst normalerweise, was für dich am besten ist, bevor du es überhaupt merkst. (vermutlich Tipp Nr. 1)

P L A N U N G

Ich denke, es gibt keine Planung während eines Roadtrips, da sich „Pläne“ ständig ändern und sich während der Dauer und der Erlebnisse weiterentwickeln. Der Plan ist also, keinen Plan zu haben. Es ist jedoch gut, einige Hintergrundrecherchen zu dem Ort durchzuführen, an den du dich wagst. Wie ist die Kultur? Gibt es irgendwelche Sitten, die man respektieren sollte? Wie ist es für eine Frau, die alleine oder in einer Gruppe reist? Dies sind einige der Fragen, die du dir stellen solltest. Hier ein Beispiel, welches dir eine Vorstellung davon vermitteln soll, was mit P L A N U N G gemeint ist: In einigen Ländern, mit unterschiedlichen Religionen, hat der Körper einer Frau, ebenso wie ein Tempel, andere Werte, verdecke hauptsächlich die Schultern, Brust und Knie. Respektiere die Kultur vor Ort, du bist schließlich ein Besucher in ihrem Land. Beispielländer sind: Marokko, Sri Lanka, abgelegene Teile Indonesiens.

R O U T E

Ich würde raten, nichts zu buchen, da sich die Pläne ändern. In der Hochsaison oder wenn deine Zeit wirklich knapp ist, ist es ratsam, etwas zu buchen, um unnötigen Stress zu vermeiden. Es trägt zur Aufregung der Reise bei, nicht zu wissen, wo die Nacht endet – den Nervenkitzel suchen und sich in diese Gefühle begeben – sehen, wohin die Gezeiten dich führen. Wildes Camping ist immer eine Option. Für die Route und das beste surfen lohnt es sich, dich ein wenig zu informieren, bevor du dein Nest jeweils verlässt. Eine gute Möglichkeit ist das Surfen im Internet, Instagram, Einblicke von Freunden, die diese Orte erlebt haben, oder auf die guten alten Bücher und Reiseführer zurückzugreifen. Meine Favoriten sind: Für die europäische Küste I Love the Seaside, für den Rest der Welt bietet Stormrider ein paar tolle Surfspot- Tipps und den Lonely Planet Reiseführer, ein Allzeit-Favorit für allgemeine Informationen. Stell dir deine ganz eigene Mischung zusammen und du wirst deinen Weg finden.

P A C K E N

Es ist fast Zeit zu gehen, Aufregung baut sich auf und die Panik, was packe ich ein? Halte es einfach, grundlegend und minimal. Je nachdem, in welchem Klima du unterwegs bist, gibt es genügend Anleitungen zum Packen. Überprüfe immer die Temperatur der Luft und des Wassers, um die optimale Kleidung zu definieren. Dann, als Öko-Krieger, hier ein paar Utensilien, die für einen glücklicheren und gesünderen Planeten sorgen: Eine wiederverwendbare Trinkflasche, eine Kaffeetasse (für alle Arten von Getränken), eine Leinentasche, ein Besteckset, ein wiederverwendbarer Strohhalm (rette die Meeresschildkröten!) und schließlich einen wiederverwendbaren Lebensmittelbehälter. Das wird dein Leben leichter machen und hilft dem Planeten, WIN – WIN! Dann gibt es noch ein paar andere Dinge, die man nicht vergessen sollte: einen Sarong, Strandhandtuch, Sonnencreme, ein Skateboard für den Fall, dass die Wellen flach werden und eine Gitarre für magische Melodien am Lagerfeuer. Zusätzlicher Tipp: Lasse dir etwas Platz für Dinge, die du unterwegs kaufen wirst.

E R L E B N I S

Es ist an der Zeit, den Komfort, der zu Hause ist, hinter sich zu lassen und etwas Neues zu wagen. Die Suche nach dem Unbekannten hat begonnen. Beachte die Dinge um dich herum, atme die frische Luft ein, sauge den Sonnenschein auf, lasse dich vom Meer tragen und spüre die Energie dieser Wellen. Energie wird ein wiederkehrendes Thema sein, ob bemerkt oder nicht. Wobei es sich lohnt, sich selbst mal zu fragen: Wie ist die Stimmung? Wie ist meine Laune? Was fühle ich? Wenn du dich an diesem Ort nicht wohlfühlst, geh weiter, nichts hält dich auf, wage dich zum nächsten Ort. Das tolle daran, keine Pläne zu haben. Oder bist du eins mit dem Ort, dann bleib. Beachte jedoch, dass es einfach ist, in den bekannten Komfort zurückzufallen. Halte diesen Juckreiz am Leben, den Wunsch, mehr zu entdecken und aufzudecken. Wandere herum und folge deiner Intuition. Erschaffe eine Routine, um dich zu erden, vor dem Frühstück zu schwimmen, Yoga zu machen, jeden Tag den Sonnenaufgang oder den Sonnenuntergang zu beobachten. Es wird etwas Struktur innerhalb des Abenteuers geben. Sei dir als weibliche (Allein-) Reisende einfach bewusst, das du für dich selbst verantwortlich bist – sei klug – wenn gemeinsam mit anderen die Verantwortung geteilt wird, was das Leben etwas leichter macht.

Foto: Riempkje Poortinga

S U R F E N

Die Einheimischen kennen die besten Spots, sind jedoch aus legitimen Gründen nicht immer bereit, sie zu teilen. Je länger man also bleibt, umso einfacher wird es. Sei offen und sozial. Surfen hat diese Magie, Menschen aus den unterschiedlichsten Hintergründen zusammenzubringen, verbunden mit der Liebe zum Meer und der Leidenschaft für die Kunst des Wellenreitens, einer Gemeinschaft für alle. Als allgemeiner Punkt, surfe mit Respekt, gegenüber anderen Menschen und dem Respekt zur Natur! Unterschätze nie die Macht, der Natur. Wenn du nicht sicher bist, wie ein bestimmter Surf-Break funktioniert, frage, vielleicht gibt es verborgene Felsen oder Strömungen, auf die du dich achten solltest. Es kann schwierig und einschüchternd sein, in einer von Männern dominierten Umgebung im Line-Up zu sein. Ich war selbst schon mehrmals an diesem Punkt – Jungs, wie sie einen zögernd ansehen, das macht es einem unnötig schwer und fühlt sich an wie ein endloser Kampf. Es muss jedoch nicht so sein. Es geht um deine Stärke, um Komfort zu zeigen (auch wenn dein Herz immer noch hart in der Brust schlägt). Hab keine Angst vor deren Urteil, alle mussten irgendwo anfangen. In diesem Sinne ist es wichtig, die richtige Einstellung zu haben! Du kannst es schaffen! Wenn du für eine Welle paddelst, zögere nicht und gib alles. Es geht also um die Haltung, deine Ausstralung, sich dafür einsetzen, Engagement, Leidenschaft und nicht zu vergessen, Spaß zu haben, mit diesem Lächeln im Gesicht zu surfen und die Fahrt zu genießen. Sei stolz darauf, eine weibliche Surferin zu sein, es wird sich viel leichter anfühlen und du wirst den Respekt zurückerhalten. Surfen ist mehr als nur ein körperlicher Akt, es hat viel mit deiner Einstellung zu tun.

E R F A H R U N G

Geniesse die Zeit außerhalb des Bildschirms, lass dein Telefon auf der Seite. Wir neigen dazu, Zeit zu verbringen, online zu leben, soziale Medien zu nutzen und mit Menschen auf der ganzen Welt in Verbindung zu treten. Tu dir selbst einen Gefallen und genieße einfach die Schönheit dessen, was dich umgibt. Lies ein Buch, sei kreativ, schreibe ein Gedicht, mach Musik, verbinde dich mit dir. Grabe dich in die lokale Kultur ein, probier das Essen, unterhalte dich mit Leuten, lerne die lokale Sprache – tauche ein in die Schönheit von allem. Wachsen, lernen, mit anderen teilen. Ein Spiel des Teilens und Nehmens: Nehmen – Lerne von der Erfahrung, Teilen – Liebe, Dankbarkeit und Wertschätzung. Lebe in der Gegenwart, schätze den Moment und genieße die Reise.

Text: Demi Kerkhof